Probiotika
Definition/Historie
Der Begriff „Probiotikum“ (altgr: pro bios = für das Leben) steht laut der heute allgemein anerkannten Definition der FAO/WHO (2003) für lebende Mikroorganismen, die, wenn sie in ausreichender Menge aufgenommen werden, dem Organismus einen gesundheitlichen Nutzen bringen. Die Idee mit lebenden Mikroorganismen die Gesundheit zu stabilisieren ist jedoch schon mehr als 100 Jahre alt und geht auf den ukrainischen Forscher Ilja Metchnikoff zurück.
Metchnikoff gelang es probiotische Kulturen aus verzehrten Sauermilchprodukten auch mehrere Wochen nach deren Einnahme im Stuhl nachzuweisen. Er führte deshalb die hohe Lebenserwartung bestimmter Bevölkerungsgruppen aus dem Kaukasus auf geringere Infektionen, insbesondere Darminfektionen, zurück, die sich infolge der Aufnahme von milchsäurebildenden, probiotischen Kulturen eingestellt hatten. Bei seinen Untersuchungen entdeckte und beschrieb er die Funktion von Makrophagen, wofür ihm 1908 der Nobelpreis für Medizin verliehen wurde.
Da jedoch zu dieser Zeit industriell gezüchtete Kulturen nicht die Magenpassage überstehen konnten ließ das Interesse an probiotischen Kulturen nach. Ausnahmen davon sind Forschungen in Deutschland und Japan, die z.B. nicht krankhafte Stämme von Escherichia Coli zum Gegenstand hatten.
Seit ca. 30 Jahren besteht wieder ein großes Interesse an probiotischen Kulturen, da die Zusammenhänge zwischen einer von positiven Mikroorganismen dominierten und sich somit im Gleichgewicht befindenden Darmflora und der Funktionsfähigkeit des Darmes zunehmend belegt werden konnten. Zudem wurde eine Vielzahl neuer probiotischer Stämme entdeckt, die weitere Therapieansätze ermöglichen.
Seitdem focusiert sich das wissenschaftliche Interesse überwiegend auf sog. Laktobazillen und Bifidobakterien, da sie zu den am zahlreichsten im Darm vorkommenden Bakteriengattungen zählen und eine Vielzahl wünschenswerter Eigenschaften besitzen, die anderen Keimgruppen überlegen sind.
Ferner wurden moderne Verfahren entwickelt, die die Herstellung in industriellem Maße erlauben, so dass sie heute in einer Vielzahl von Produkten eingesetzt werden. Damit Probiotika ihre Eigenschaften jedoch effektiv entfalten können sind an ihre Herstellung wichtige qualitative Voraussetzungen zu stellen.

Qualitative Anforderungen
Die Fa. INTERCELL Pharma entwickelt und vertreibt seit 1998 probiotische Mikroorganismen und besitzt dadurch eine hervorragende Fachkenntnis auf diesem Gebiet. Durch unsere intensiven Forschungen und langjährige Erfahrung weisen unsere probiotischen Präparate mehrere innovative, überlegene Eigenschaften auf und erfüllen alle qualitativen Kriterien, die an moderne Probiotika gestellt werden.
Auswahl geeigneter Stämme
Unter dem Sammelbegriff „probiotische Kulturen“ werden Bakteriengattungen (z.B. Bifidobakterien), Bakterienspezies (z.B. Bifidobacterium longum) und Bakterienstämme (z.B. Bifidobacterium longum IN-7) zusammengefasst, wenn für sie probiotische Effekte nachgewiesen worden sind. Effekte von Probiotika gehen immer von den individuellen Eigenschaften aus, die ein bestimmter Bakterienstamm besitzt, so dass sie nicht automatisch von anderen Stämmen zu erwarten sind. Zu den zentralen qualitativen Kriterien, die an einen probiotischen Stamm gestellt werden, gehört der Nachweis seiner Überlebensfähigkeit sowohl im Magen-Darm-Trakt als auch im Endprodukt.
Natürliche Resistenz der INTERCELL-Stämme gegenüber den Magen- und Gallensekreten
Bis auf wenige Ausnahmen reagieren probiotische Stämme äußerst sensibel auf Magen- und Gallensekrete und verlieren ihre Lebensfähigkeit bzw. Aktivität sobald sie mit diesen Einflüssen in Berührung kommen. Anschließend können sie nur noch einen minimalen probiotischen Effekt entfalten. Stämme mit einer natürlichen Resistenz überstehen die Magenpassage unbeschadet und zeichnen sich durch eine hohe Robustheit im Darm aus. Sie etablieren sich dauerhafter an der Darmwand und sind in der Lage andere Mikroorganismen besser zu verdrängen. Vor ihrem Einsatz in Präparaten werden alle Stämme einem aufwendigen Testverfahren unterzogen und müssen den Nachweis erbringen, dass sie ohne nennenswerte Keimzahlverluste bis zu drei Stunden gegenüber den Magensäften stabil bleiben.
Die Produkte der Fa. INTERCELL enthalten somit ausschließlich besonders widerstandsfähige, effektive probiotische Kulturen.
Alle selektionierten Stämme müssen deshalb eine natürliche Resistenz gegenüber Magen- und Gallensekreten aufweisen und erbringen folgende Nachweise:
- Kein nennenswerter Keimzahlverlust nach einer 3-stündigen Inkubation bei 37°C in einer Magensaftlösung mit pH 3,0 (entspricht dem im Mageninhalt anzutreffenden pH-Wert nach einer leichten Mahlzeit)
- Hohe Vermehrungsrate auch unter der Zugabe von Gallenflüssigkeit in einer Konzentration von 10 %
Beispiel für die sorgfältige Prüfung und Selektion ist der ausgewählte Lactobacillus acidophilus-Stamm, der von über 90 untersuchten Stämmen als einziger die genannten Bedingungen erfüllt hat.
Ein weiterer Vorteil der natürlichen Magensaftresistenz ist die Möglichkeit im Endprodukt auf galenische Hilfs- und Zusatzstoffe zu verzichten, welche ansonsten zugesetzt werden um empfindliche, nicht-resistente Kulturen vor den Magensäften zu schützen, so dass der Organismus damit nicht unnötig belastet wird.
Überlebensfähigkeit im Endprodukt
Probiotische Kulturen sind nur bedingt lagerfähig und verlieren als stoffwechselaktive Organismen ihre Lebensfähigkeit innerhalb von wenigen Tagen, wenn sie mit Wasser (z.B. in Milchprodukten) in Berührung kommen. Um die Kulturen längere Zeit haltbar zu machen, wird den Zellen durch sog. Gefriertrocknung Wasser entzogen bis deren Stoffwechselaktivität praktisch den Stillstand erreicht. Sobald die Zellen erneut mit Wasser in Kontakt kommen, wird ihr Stoffwechsel wieder in Gang gesetzt und sie rekonstituieren sich zu biologisch aktiven, vermehrungsfähigen Organismen. Dennoch verlieren auch gefriergetrocknete Kulturen allmählich innerhalb weniger Wochen bis Monate (abhängig von Stammeigenschaften, Lagerbedingungen und Umweltfaktoren) ihre Lebensfähigkeit. Um ausreichend hohe Keimzahlen im Endprodukt über die gesamte Lagerzeit zu gewährleisten, werden die Bakterien von der Fa. INTERCELL mit zwei unterschiedlichen Maßnahmen stabilisiert:
Zunächst werden die Kulturen bereits vor der Gefriertrocknung durch ein innovatives Verfahren mikroverkapselt. Die Mikroverkapselung verleiht dem Zellgerüst der Bakterien Stabilität, so dass die empfindlichen Kulturen den Gefriertrocknungsprozess im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren besser überstehen und in höheren Konzentrationen im Endprodukt enthalten sind.

Während der anschließenden Lagerzeit sind sie vor äußeren Einflüssen besser geschützt und haltbarer.
Lagerstabilität
Nach Fertigstellung der Kapsel wird als zweite Maßnahme die Lagerstabilität durch die Auswahl optimaler Verpackungsmaterialien gesichert. Das Ziel ist es ein möglichst hoher Schutz vor Sauerstoff und Wasserdampf.
Als Verpackungsmaterialien sollten deshalb nur hochwertigste und besonders gut geeignete Materialien zum Einsatz kommen.
Verpackung in Dosen
Lebensmittel- und pharmagerechte HDPE-Dosen bieten gute Barriereeigenschaften gegenüber Wasserdampf und Sauerstoff und können im Gegensatz zu Glasgefässen induktionsversiegelt werden. Der Verschluss von Behältnissen stellt den größten Schwachpunkt für das Eindringen von Sauerstoff und Wasserdampf in das Behältnis dar. Ausschließlich die sog. Induktionssiegelung führt durch Verschmelzen eines inneren Siegels mit dem Behälterrand zu einer hermetischen Abdichtung des Behältnisses am Verschluss. Ein induktionsversiegeltes Behältnis ist daran zu erkennen, dass das auf der Öffnung fest sitzende Siegel nur schwer abzureißen ist. Induktionssiegel sind von kostengünstigeren selbsthaftenden Siegeln abzugrenzen, die zwar auch auf dem Siegelrand kleben aber durchlässig sind. Sie lassen sich in der Regel leicht abziehen.
Verpackung in Blister (Durchdrückpackungen)
Probiotische Produkte mit einer extrem hohen Keimkonzentration mit über 10 Mrd. KBE pro Einheit müssen vor den genannten Umwelteinflüssen besonders wirksam geschützt werden. Hierfür bieten die sog. Alu-Alu-Blister die beste Option. Die Kapseln werden beidseitig von einer Aluminiumschicht umhüllt, die undurchlässig gegenüber Sauerstoff und Wasserdampf ist.
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Alu-Alu-Blister |
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Mit dem MVTR-Test (Moisture Vapour Transmission Rate = Wasserdampfdurchlässigkeit) wird die Menge an Feuchtigkeit angegeben, die pro Zeiteinheit durch eine Membran als Wasserdampf hindurchgeleitet werden kann. Je niedriger der MVTR-Wert ist, desto effektiver können Feuchtig-keitsansammlungen verhindert werden. Wie aus der Abbildung ersichtlich ist besitzen die Alu-Alu-Blister den absoluten Barriereschutz, da durch die eingearbeitete Aluminiumschicht in der Verbundfolie kein Wasserdampf hindurch treten kann. |
Sicherheit, Produktverträglichkeit
Da mit probiotischen Präparationen lebende Mikroorganismen in den Körper gelangen, sind an die Auswahl der Kulturen und an die Herstellung der Produkte besondere Sicherheitsanforderungen zu stellen.
Alle Bakterienstämme der Fa. INTERCELL erfüllen als wesentliche Sicherheitsvoraussetzung die exakte taxonomische Zuordnung zu Mikroorganismen der Sicherheitsstufe 1 (kein Risiko) gemäß der TRBA (Technische Regeln für Biologische Arbeitsstoffe). Zusätzlich entsprechen sie dem international anerkannten GRAS-Standard (Generally Recognized As Safe), so dass sie für die Aufnahme in den menschlichen Organismus geeignet und sicher sind.
Die Herstellung erfolgt unter den strengen GMP (Good Manufacturing Practice)-Regeln. Beispielsweise werden die acht Herstellungsschritte von 17 verschiedenen Qualitätssicherungsmaßnahmen begleitet, die insgesamt 61 mal durchgeführt und protokolliert werden.
Überblick
Probiotika der INTERCELL Pharma weisen insbesondere folgende Vorteile auf
- Natürliche Stabilität der Bakterienstämme gegenüber den Magen- und Gallensekreten
- Auswahl an 11 verschiedenen probiotischen Stämmen zur Kombination von dünndarmspezifischen Laktobazillen und dickdarmspezifischen Bifidobakterien
- Hohe Lagerstabilität durch Mikroverkapselung
- Praxisgerechte hohe Keimkonzentrationen im Endprodukt
- Einsatz optimaler Verpackungsmaterialien durch Alu-Alu-Blister und induktionsversiegelte Behältnisse für den maximalen Barriereschutz
- Verzicht auf Gluten, Laktose, künstliche Farb- oder Konservierungsstoffe, Milcheiweiß, Süßungsmittel sowie magensaftresistent wirkende Hilfsstoffe
Wichtige Kriterien zur Auswahl eines probiotischen Produktes
- Wie viele probiotische Stämme sind in dem Produkt enthalten?
- Sind dünn- und dickdarmspezifische Stämme enthalten um alle Abschnitte des Intestinaltraktes zu erreichen?
- Wie hoch sind die probiotischen Kulturen in einer Produkteinheit (Kapsel, Tablette, Beutel) konzentriert?
Es kommt hierbei nur auf die Menge an KBE (koloniebildenen Einheiten) an und nicht auf die Mengenangabe in Milligramm - Ist es frei von allergenen Bestandteilen wie z.B. Laktose und Süßungsmitteln?
- Sind die Kulturen resistent gegenüber den Magensäften?
- Welche Massnahmen wurden getroffen, um eine möglichst hohe Lagerstabilität zu erreichen (z.b. durch Mikroverkapselung und die Auswahl geeigneter Verpackungsmaterialien)?



