Magnesium
Physiologische Bedeutung
Der Körper eines Erwachsenen enthält etwa 24-28 g Magnesium (Mg), das auf drei funktionell unterschiedliche Bereiche verteilt ist. Der größte Teil (55 - 70%) befindet sich im Skelett, gefolgt von der quergestreiften Muskulatur des Weichteilgewebes (30-40%) und dem Plasma (1%).
Alle lebenswichtigen Funktionen des Energie-, Protein- sowie Fettstoffwechsels sind magnesiumabhängig. Etwa 300 Enzyme werden durch Magnesium aktiviert. Magnesium stabilisiert die Zellmembran indem es durch die Komplexbildung mit Phospholipiden deren Permeabilität vermindert. Es reduziert die neuromuskuläre Erregbarkeit an den Synapsen und relaxiert Muskelkontraktionen, auch die an der glatten Gefäßmuskulatur von Herzkranzgefäßen. Eine ausreichende tägliche Zufuhr von Magnesium ist für die Aufrechterhaltung aller wesentlichen Funktionen des Organismus, besonders zu Zeiten erhöhter Leistungsanforderungen (z.B. Sport, Schwangerschaft, Wachstum, Krankheit, Stress, Rekonvaleszenz) unerlässlich und besonders bedeutsam für Personen die von Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes, Asthma oder Migräne betroffen sind.
Die optimale Magnesiumkonzentration im Plasma wird mit 0,8 bis 1,1 mol/l angegeben. Werte unterhalb einer Konzentration von 0,76 mmol/l weisen bereits auf einen Mangel hin. Da ein Magnesiummangel meist erst bei einer Plasmakonzentration unter 0,45 mmol/l mit schwerwiegenden neurologischen, kardiologischen und respiratorischen Symptomen zu Tage tritt, bleibt ein latenter Mangel häufig unerkannt.
Empfehlungen zur Deckung des täglichen Bedarfs
Die deutsche, österreichische und schweizer Gesellschaft für Ernährung (D-A-CH-Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr) empfehlen eine tägliche Magnesiumzufuhr von 350 mg (14,4 mmol) für Männer und 300 mg (12,3 mmol) für Frauen, das entspricht etwa 5 mg/kg Körpergewicht (0,2 mmol/kg) pro Tag. Bezugnehmend auf die letzte große Ernährungsstudie in Deutschland (VERA-Studie) erreichen etwa 40 % der Bevölkerung nicht die o.g. Empfehlungen. Bei ca. 20 % der in die Studie eingeschlossenen 18-24-jährigen Frauen lagen die Serummagnesiumkonzentrationen erheblich unter dem Referenzbereich.
Bioverfügbarkeit
Insbesondere für die schnelle und effektive Behebung eines Magnesiummangels sollte bei der Auswahl eines Magnesiumpräparates auf die enthaltene Magnesiumverbindung geachtet werden, da diese entscheidenden Einfluss auf die Bioverfügbarkeit hat.
Magnesiumcitrat,-lactat, -aspartat und -chlorid sind besser verfügbar als das schlechter lösliche Magnesiumoxid (Löslichkeit ca. 30-50 %) und –sulfat, da Magnesiumcitrat eine Resorptionsrate von ca. 90 % besitzt.
Zudem werden die Kationen Citrat und L-Aspartat nach der Resorption direkt von den Enterozyten metabolisiert und bedürfen keiner weiteren Eliminierungsprozesse.
Weitere Einflussfaktoren für die Absorption sind: Die Ernährungsweise (z.B. Milchprodukte fördern, Zerealien und Hülsenfrüchte verschlechtern die Bioverfügbarkeit), Interaktionen mit anderen Substanzen (Phosphate und Phytat hemmen die Löslichkeit und Resorption, Calcium vermindert die Absorption von Magnesium nur, wenn mehr als 2,0 g Ca gleichzeitig mit Mg eingenommen werden), Magen- Darmpassage-Geschwindigkeit, Magnesiumstatus des Körpers (Mangel steigert die Bioverfügbarkeit), Zeitpunkt der Verabfolgung.
Studie zur Bioverfügbarkeit verschiedener Magnesiumverbindungen
In einer randomisierten, Placebo-kontrollierten Doppelblindstudie wurde die Bioverfügbarkeit der Magnesiumverbindungen Magnesium-Aminosäure-Chelat, Magnesiumcitrat und Magnesiumoxid verglichen und gegen 2 Placebogruppen getestet. Magnesiumcitrat zeigte dabei die beste Bioverfügbarkeit und führte gegenüber der Gruppe mit Magnesiumoxid sowohl nach kurz- (24 Stunden, p = 0,026) wie auch nach längerfristiger (60 Tage, p = 0,006) Supplementierung in einer Dosierung von 300 mg Mg/Tag zu einem deutlichen Anstieg der Magnesiumkonzentration im Serum.
Diese Erkenntnisse sind für klinische Fälle von Bedeutung, in denen eine schnelle Behebung des
Magnesiummangels erforderlich ist aber auch für solche, in denen eine wirksame Langzeitsubstitution
angezeigt ist. Untersuchungen mit schlechter verfügbaren Magnesiumpräparationen zeigen, dass erst nach
längerfristiger Gabe langsam steigende messbare klinische Werte mit physiologischen Wirkungen zu erkennen sind.
Die INTERCELL Pharma setzt deshalb in Monopräparaten nur organisches Magnesiumcitrat ein.
In Komplexpräparaten, die eine langfristige Einnahme erfordern und bei denen Magnesium
überwiegend zur Erhaltung der vorhandenen Spiegel notwendig ist, wird auch Magnesiumoxid
aus Gründen der Patientencompliance i.S.e. möglichst geringen Einnahmemenge verwendet.